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Kolumbien, Medellin

Freiwilligendienst beim Netzwerk „Red Feminista Antimilitarista“ zur Förderung gefährdeter Mädchen

Foto: Kindermissionswerk

 
Der Bürgerkrieg dauerte
0
Jahre lang
 
Kolumbien, im nördlichen Teil von Südamerika gelegen, ist mit seinen fast 50 Millionen Einwohnern bevölkerungsmäßig der zweitgrößte Staat Südamerikas. Dreiviertel seiner Bewohner leben in Städten. Neben der Hauptstadt Bogotá gehören Städte wie Cali und Medellín zu den Millionenstädten des Landes.

Kolumbien zeichnet sich durch seine Vielfältigkeit aus. Das Klima, die Bevölkerung sowie die Sprache und Kultur sind bunt gemischt. Die kulturellen Unterschiede haben in vorherigen Jahren immer wieder zu Unruhen und Konflikten geführt. 50 Jahre lang herrschte in Kolumbien Bürgerkrieg zwischen der Regierung und verschiedenen revolutionären Kräften. Im Jahr 2016 konnten sich zwei Parteien (Regierung und FARC) auf einen Friedensvertrag einigen. Frieden im Land ist jedoch immer noch nicht eingekehrt. Nach wie vor geht eine hohe Bedrohung von kriminellen Banden aus. Es handelt sich dabei zum Teil um ehemalige Guerilleros, die sich dem Demilitarisierungsprozess verweigern. Diese Gruppen finanzieren sich größtenteils durch Drogengeschäfte. Der jahrzehntelange Konflikt im Land hat dazu beigetragen, dass das Gewaltpotenzial in der Gesellschaft und den Familien gewachsen ist. Besonders Mädchen und Frauen sind in dieser Situation benachteiligt und gefährdet.

Die Organisation Red Feminista Antimilitarista (dt.: antimilitaristisches feministisches Netzwerk) fördert Mädchen und Frauen durch Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung, engagiert sich für den Frieden und ist in der Gewaltprävention sehr aktiv. In Medellín führt sie Kampagnen, Aktivitäten und Projekte zu Themen wie Frieden, Beteiligung von Frauen an der Macht, Gewalt oder sexuellem Missbrauch von Mädchen und Frauen sowie zu Fragen zum Feminismus durch. Ziele der Arbeit sind die Stärkung von Mädchen und Frauen, sowie die Sensibilisierung von Familien und Gemeinschaften. Durch eine umfassende Veränderung der Geschlechterrollen von Männern und Frauen in der kolumbianischen Gesellschaft soll zum Frieden beigetragen werden.
In mehreren Schulen in unterschiedlichen Vierteln von Medellín möchte das Netzwerk Red Feminista Antimilitarista mit seinen Aktivitäten Kinder und Jugendliche, insbesondere Mädchen zu kritischem Denken anregen. In künstlerischen Projekten (Theater, Tanz, Musik, Straßenkunst) greifen die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer Themen wie Mord, Raub, Rache, Eifersucht und Angst auf, trainieren Selbstverteidigungstechniken und besprechen, wie – beispielsweise durch Kommunikation als Konfliktlösungsstrategie – ein friedlicher Umgang miteinander erreicht werden kann.

Deine Aufgaben im Projekt

• Teilnahme an der Aufklärungsarbeit an Schulen
• Teilhabe am Bildungsprozess des Feministischen Antimilitaristischen Netzwerkes
• Planung und Durchführung von Trainingsprozessen mit Mädchen und Jugendlichen in Schulen
• Reflexion von Trainingsveranstaltungen
• Deutsch- und/oder Englisch-Unterricht
• Unterstützung bei Lese- und Schreibproblemen
• Unterstützung bei den künstlerischen Projekten

Das solltest du mitbringen

• gute Spanischkenntnisse
• Grundkenntnisse über Kolumbien: Geschichte, Gesellschaft, Politik und Kultur
• Spaß an der Arbeit mit Mädchen, Kindern und Jugendlichen
• Anpassungsfähigkeit und Flexibilität
• Lernbereitschaft, Offenheit und Sensibilität für die Arbeit mit Menschen mit Gewalterfahrungen
• Sensibilität für die Rechte von Frauen
• Interesse an sozial-politischen und Gender-Themen
• kreative, künstlerische Interessen und Fähigkeiten
• umsichtiges Verhalten hinsichtlich der besonderen Gefahrensituation in Kolumbien

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