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Nicaragua, Granada

Freiwilligendienst im Mädchenwohnheim „Madre Albertina“

Foto: Stefanie Wilhelm / Kindermissionswerk

Armut
0%
haben weniger als 2 Dollar am Tag
Analphabetenrate
0%
bei über 15-Jährigen
Nicaragua zählt zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas. Das Leben vieler Menschen ist geprägt von Arbeitslosigkeit, Armut und fehlenden Zukunftsperspektiven. Zahlreiche Kinder erleben häusliche Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung. Weil sie die Situation in ihren Familien nicht mehr ertragen, fliehen viele Jungen und Mädchen auf die Straße. Die Anzahl der Straßenkinder in den Städten steigt immer weiter. Hier werden sie häufig erneut Opfer von Gewalt und Missbrauch. Besonders Mädchen leiden unter Übergriffen auf der Straße, sowie Zwangsprostitution und Vergewaltigungen. Auch der zunehmende Fremdenverkehr bringt negative Nebenwirkungen mit sich: Der steigende Sextourismus wird zwar von offizieller Seite nicht wahrgenommen, hat aber enorme Auswirkungen auf das Leben unzähliger Kinder und Jugendlicher in Nicaragua.

1996 gründeten nicaraguanische Ordensschwestern in Granada das Mädchenwohnheim „Madre Albertina“. Das Schutzzentrum kümmert sich um Mädchen, die Opfer sexueller Gewalt wurden und um Mädchen, die aufgrund ihres sozialen Umfelds besonders gefährdet sind, missbraucht zu werden. Die Schwestern wollen den Mädchen ein familiäres Umfeld bieten, in dem sie behütet aufwachsen können und lernen, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Rund 25 Mädchen leben hier zusammen mit drei Ordensschwestern. Jedes Mädchen besucht eine öffentliche Schule und hat im Heim bestimmte Aufgaben und Pflichten. Neben der Schulausbildung gibt es zahlreiche Freizeitaktivitäten. Täglich kommen die Mädchen und Schwestern in einer kleinen Kapelle zum Gebet zusammen. Um ihre Erlebnisse zu verarbeiten und nach und nach wieder Vertrauen zu fassen, werden die Mädchen psychologisch betreut. Gleichzeitig versuchen die Schwestern mithilfe von Sozialarbeitern auch die Familien in die Arbeit einzubeziehen.

Deine Aufgaben im Projekt

Der Alltag im Mädchenheim und die Sozialarbeit in den Familien bieten zahlreiche Aufgaben. Du begleitest die Mädchen in ihrem Tagesablauf und bist Ansprechpartner für ihre individuellen Bedürfnisse. Ein wichtiger Aufgabenbereich ist dabei die Hausaufgabenbetreuung. Bei der Freizeitgestaltung kannst du im musisch-kreativen Bereich, bei Sport und Spiel eigene Ideen einbringen. Nach der Einarbeitungszeit hast du außerdem die Möglichkeit, die Sozialarbeiter bei ihren Hausbesuchen zu begleiten.

Das solltest du mitbringen

• gute Spanischkenntnisse
• Anpassungsfähigkeit an die katholische Glaubenspraxis und Strukturen
• Verständnis für die Arbeit mit traumatisierten Menschen
• Geduld und Einfühlungsvermögen
• Freude an Bewegung und Sport
• Kreativität, handwerkliche Interessen und Fähigkeiten
• Vorerfahrungen in der Kinder- und Jugendarbeit sind wünschenswert